Danke an Bastian & die Mescaline Injection Mag Crew für das klasse MONDO DRAG Review:

Mondo Drag 600

Psychedelic Sons
Mondo Drag – “Mondo Drag”MONDO DRAG aus dem kalifornischen Oakland bewegen sich seit einigen Jahren auf den Pfaden des Blues, Psychedelic Rocks und des Proto-Metals. Und das mittlerweile so erfolgreich, dass sie nicht nur mit etlichen bekannten Namen der Szene ebenso bekannte Bühnenbretter wie das Austin Psych Fest teilen konnten, sondern dass sie auch als musikalische Organspender fungieren. Kurz nach Fertigstellung ihres dritten Albums wanderte nämlich mit Zach und Cory ihre Rhythmusfraktion ab, um die BLUES PILLS aus der Taufe zu heben, die mit ihrem Debüt für einige Furore sorgen konnten.

Unter diesen Vorzeichen ist die selbstbetitelte Platte durchaus symbolisch zu verstehen: Es ist ein Abschied, aber auch ein Neuanfang. Und sie haben ebenso eure Aufmerksamkeit verdient. Es gibt nämlich nicht viele Bands, die den Sound dieser Rock-Ära so authentisch einfangen können, dass man sich automatisch wie auf einer Zeitreise fühlt – dorthin, wo man aufgewachsen ist, oder was einem durch späte Geburt erst mit dem wohlsortierten Plattenschrank der Eltern zuteil wurde.

MONDO DRAG benennen ihre Einflüsse reichhaltig, darunter Black Sabbath, Blue Cheer, Hawkwind, Acid Mother’s Temple, Eloy aber auch Velvet Underground, Stooges, MC5 und die Melvins. Blues-Wurzeln, ein bißchen Prog, ein bißchen Punk, ein bißchen Stoner-Attitüde, aber vor allem verdammt viel Rock in psychedelischen Farben. Wie sehr sie als Songschreiber brillieren, beweisen sie eigentlich in jedem Song. Schon der Aufmacher “Zephyr” macht mit seinem Basspiel, der E-Orgel und dem pumpenden Rhythmus eine klare Ansage.

Weitere Highlights: Das vor allem instrumentale Highlight “Plumajilla” mit Flötenklängen, die Roadmovie-Rocknummer “Shifting Sands” oder das traumhafte “Pillars Of The Sky” mit Klaviertönen – und über allen schweben immer wieder diese hypnotischen Synthteppiche.
Wenn die Band eins ganz deutlich unter Beweis stellt, dann das: Sie haben die musikalische DNA ihrer Vorväter vollends aufgesogen. MONDO DRAG hätten diese Platte vermutlich ohne Probleme schon vor 40 Jahren veröffentlichen können, ohne ihrem Publikum erklären zu müssen, dass sie eigentlich ‘Oldies’ spielen (gell, Marty 😉 )

Doch nicht nur in Komposition und Stil erreichen sie Authentizität, auch technisch lassen sie nichts unversucht. Sie jagen ihre Musik durch Studioequipment, welches oftmals viel mehr Jahre auf dem Buckel hat, als sie selbst. Mikrofone aus den 40ern, alte Röhrenverstärker und natürlich wird alles analog auf Tape gebannt. Der vielbeschworene warme Sound, der erst mit Vinyl komplett veredelt wird – bei MONDO DRAG hört man ihn, und das äußerst kalorienreich. Volle Empfehlung! 8/10

http://www.mescaline-injection.de/2015-03-10/mondo-drag-mondo-drag/