Tolles Review im XXL Rock zur neuen SHIVAS NAT “Hard to breathe”!

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Lest selbst und lasst euch anstecken:

Zunächst scheint erst mal gar nichts zu passieren auf der neuen Platte der dänischen Rockformation. Doch dann ganz langsam, entwickeln sich einzelne Geräusche und erste Töne, aber es dauert noch über vier Minuten, bis sich ein richtiger Song anmeldet. Hört sich langweilig an? Keineswegs, es ist vielmehr eine reine Wohltat, wenn sich eine Band es ihrem Song erlaubt, sich ganz langsam aufzubauen und sich zu entwickeln. Das machen Shivas Nat im Falle dieses Openers „Shape of my soul“ so gekonnt, dass Langeweile gar nicht erst aufkommen kann, sondern der Hörer fiebert förmlich mit, wie sich das Ganze entwickeln, was ihm im nächsten Moment geboten wird. Der Song entwickelt sich dann auch zu einem herrlichen, von einer wunderbaren Hammond Orgel unterstützten Blues/Psychedelic-Rock Song, der seine Höhepunkte hat, wenn der großartige Sänger Patrick Lykke Heinsøe mit voller Inbrunst den Refrain förmlich aus sich heraus schreit – Toll!

Mit „I’m Alive““ geht es weiter und das gleich eine ganze Nummer heftiger. Die sehr erdige Atmosphäre korrespondiert sehr gut mit dem psychedelischen Sound, der hier so richtig aufgebaut wird – man eher das Gefühl, die Band live zu erleben, anstatt einer CD zu lauschen! Track 3 mit dem schönen Titel „Lullaby“ ist dagegen wieder sehr ruhig und packt den Hörer gnadenlos, aufgrund desunglaublich intensiven Gefühls der Melancholie, die hier transportiert wird. Rein von der emotionalen Stimmung lässt der Song mich an einen Nick Cave in seinen besten Momenten denken (der schafft es auch immer wieder, mich derart tief zu berühren – musikalisch natürlich eine ganz andere Welt!).

„Dragonodyssey“ nähert sich (was den Härtegrad angeht) wieder dem zweiten Song, bedient sich (was ich sehr begrüße!) aber vermehrt der Orgel. Und dann kommt „You“. Ein ruhiger Anfang, der mich irgendwie an Led Zeppelin erinnert, steigert sich in ein packendes Stück Musik. Wenn Patrick Lykke Heinsøe nach etwa drei Minuten mit tiefster Verzweiflung „I want you, I need you“ aus sich heraus schreit, nein vielmehr quält, dann ist Gänsehaut angesagt. Und dann transportiert der Gitarrist mit einem himmlischen Solo diese Emotionen vom gesungenen Wort in die Musik hinein, so dass man von einem nahtlosen Übergang reden kann – Unglaublich! Das Ganze kulminiert in einem wahren Rausch voller Ektase und lässt den Hörer völlig geplättet zurück!

Auf der Platte gibt es nun noch einen weiteren Song, über den ich leider nichts sagen kann, weil er bei meinem Promo-Päckchen nicht dabei war. Aber ich denke, ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich mal vermute, dass auch dieser sich dem hohen Niveau seiner Vorgänger anpasst!

Ein cooles Album, das zwar ein wenig braucht um sich zu entfalten, den Hörer dann aber definitiv für seine Geduld belohnt. Erdiger Rock zwischen Stoner und Psychedelischem Sound, der unglaublich intensiv rüberkommt und einem das Gefühl vermittelt, man wäre mitten in einer Jam-Session! Tolles Teil!

http://www.xxl-rock.com/index.php/cd-reviews/s-t/1600-shivas-nat-hard-to-breathe.html
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